
Was sind eigentlich Gefährliche Stoffe? Gefährliche Stoffe sind Medien, welche auf den ungeschützten menschlichen Körper und auf die Umwelt schädigend Wirken können zB Radioaktivität, unkontrolliert ausströmende Gase, Öl, ätzende Stoffe wie Säuren, Laugen usw.
Vorläufer dieses Sonderdienstes war der "Entgiftungsdienst". Dieser wurde als Vorbereitungsmaßnahme während des 2. Weltkrieges gegründet. Glücklicherweise setzten die damals beteiligten Mächte jedoch keine chemischen Kampfstoffe ein.

Die erste bemerkenswerte Ausrüstung zur Intervention bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen bekam die Feuerwehr Wels im Jahr 1967 in Form eines Öleinsatzanhängers und in weiterer Folge in Form eines Öleinsatzfahrzeugs (1971).
Der Gefährliche-Stoffe-Dienst in der heutigen Form wurde im Jahre 1974 gegründet. Somit ist diese Aufgabe neben dem Strahlenschutz das "jüngste Kind" der Sonderdienste in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wels. Durch die Ausrüstung mit Explosionswarngeräten, Gas- und Strahlenspürgeräten, persönlicher Schutzbekleidung (Chemieschutzanzüge) und Hilfsgeräten zum Umgang mit gefährlichen Stoffen bzw. Chemikalien erweiterte sich der Aufgabenbereich der Feuerwehr zum Schutz von Mensch und Umwelt.

Aufgrund der doch relativ speziellen Materie wurde 1985 und 1986 durch den OÖ Landesfeuerwehrverband im Rahmen des Stützpunktwesens eines von 8 Gefährliche Stoffe Fahrzeugen in Wels stationiert. Mit der Zuteilung dieser Sonderausrüstung übernahm die Feuerwehr Wels auch die überregionale Hilfeleistung bei Gefahrstoffunfällen in den Bezirken Wels-Land, Eferding und Grieskirchen. Auf weitere Anforderung kann diese Hilfeleistung auf das gesamte Bundesland ausgeweitet werden.
Ein Container-Wechselaufbau für Dekontamination von Mannschaft und Gerät sowie für den Schutzanzugtransport wurde auf Eigeninitiative der Feuerwehr Wels gebaut, dieser rückt ebenfalls immer mit aus.
Weitere Gefährliche Stoffe Fahrzeuge in Oberösterreich sind in Puchheim, St. Marienkirchen, Pettenbach, Freistadt, Ranshofen, Linz und an der OÖ Landesfeuerwehrschule stationiert.


Um sichere und professionelle Einsätze zu gewährleisten, ist eine intensive, periodische Ausbildung der gesamten Einsatzmannschaft unumgänglich.
Beginnend mit der allgemeinen und speziellen Grundausbildung, bei der die angehenden Einsatzkräfte die Grundlagen der Gefahrenlehre bzw. der Abwicklung von Gefahrstoffeinsätzen lernen, über weiterführende Ausbildungen wie Atemschutz- und Vollschutzträgerlehrgang, Messdienst- und Gefährliche Stoffe Lehrgang sowie Strahlenschutzausbildungen, runden periodische Sonderübungen zum Thema Gefahrstoff sowie Einsatzübungen in Zusammenarbeit mit Welser Chemieunternehmen das Ausbildungsspektrum ab.

Anfang 2008 wurde eine Kooperation der Feuerwehr Wels mit der HTBLA Wels, Abteilung Chemieingenieurwesen, geschlossen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Ausbildung der Mannschaft weiter zu verbessern und im Anlassfall auf erfahrene Chemiker der Schule zurückgreifen zu können.